Archiv der Kategorie: Lerngeschichten

Thek It Easy. Theater aus dem Schulalltag.

Zuschauerstimmen, rückblickend:
„Hi Christof Ich möchte mich auf diesem Weg noch einmal bei Dir für die Einladung zum Theaterstück „Thek It Easy“ bedanken. Das erfrischend gespielte Stück führte selbst einem „branchenfremden“ Zuschauer eindrücklich vor Augen, dass auch der Lehrerberuf seine Exponenten sehr oft an die Grenzen der Belastbarkeit bringt. Schön, dass direkt Betroffene dies so humorvoll und unterhaltsam spiegeln konnten. Dein kleines Geschenk am Ausgang hat den Nachmittag dann auch noch kulinarisch abgerundet… Herzliche Grüsse und bis bald, Heinz Hohl, Berater Adlatus, Zürich, 1.9.18

„You rock – we roll! Danke für den geschätzten Zvieri Auftrag mit Brainfood und Frühäpfeln!“ Christoph Hartmann, Leiter Zwiback-Team, Stiftung Altried, Zürich, 18.8.18

Möchten Sie das Theater in Ihrer Schule aufführen lassen? Hier der superschöne Trailer für Veranstalter!

EINLADUNG Theater
supi Zvieri: Thek It Easy. Theater aus dem Schulalltag. Fr. 17.8. 14:00 im Central Uster. Christof Suppiger offeriert den Zvieri in Kooperation mit Christoph Hartmann, Zwiback, Stiftung Altried. Platzzahl beschränkt.

Heute wird Thek It Easy im Central Theater in Uster die Diagnose „BurnOut im Lehrerberuf“ thematisiert. Hier meine Empfehlung für alle interessierten SL, KLP, SHP, SSA, PMT, SPD, LOGO, SBB, VBZ, Behörden und weitere supi News Leser(-innen):
„Sehr spannende, gut gemachte Dialoge, welche „schleichend“ vom Teamzimmer in die Klinik übergehen… Und: Elterngespräche zum Schaudern. Professionell gespielt, bravo Laiendarsteller! Schöne Monologe mit Tiefgang. Ja, so kann es einem gehen im Lehrerberuf. Das Stück und die Songs gehen unter die Haut und regen zum Diskutieren und Handeln an. Die musikalischen Einlagen Pius Larchers sind ein Genuss. Für lernend Lehrende ein Muss! Sehr empfehlenswert.“

Vorschau
supi Apéro: Chaplin mit live Musik Fr. 21.9. 17:30

supi Apéro 21. Sept. an der Scheuchzerstrasse 184, 8006 Zürich. Jugendraum. Live-Jazz mit Pius Larcher, Apéro riche – Kennenlernen und Wiedersehen, 19:15 Charlie Chaplins „Easy Street“ live begleitet am Schlagzeug von Otto Schellenberg (supi Ehemaliger) und am Piano von Dave Ruosch, Swiss Jazz Award Gewinner 2012. Platzzahl beschränkt. Am besten auch sofort anmelden.

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An dich denken, Jürg Altherr

Jürg Altherr 2010

Jürg Altherr, 2010

Lieber Jürg

Ich habe dich im Jahre 1991 im Zürcher Seefeld in einer bunt zusammengewürfelten Gruppe kennen gelernt. Der ehemalige Shaolin-Mönch Lekshe, zeigte uns mittels WuChi-Technik, wie man mit „Schatten boxt“. Ich wusste nichts von dir und kannte dich nur als motivierter WuChi-ler. Mir fiel auf, dass dich die Partnerübungen besonders beseelten: Hier zeigtest du dich kämpferisch, luftig boxend, sperrig, überraschend, aber stets mit einem einladenden Lächeln auf den Lippen, welches ein gutes Ende zu prophezeien schien. „Ich will dich herausfordern, debattiere, sag, wer du bist!“ War WuChi nun trainieren oder meditieren? Körperlich sehr präsent und geistig stets sehr wach, schien dich beides zu interessieren. Und mehr.

Matto auf dem Hochseil
Eines Abend erzählte ich nach dem WuChi am Beizentisch, dass ich daran sei, einen alten Traum zu realisieren. Ich hatte ein Stahlseil, einen Seilzug, eine Eisenstange und Schuhe mit weicher Ledersohle gekauft. Das Seil hatte ich im Hinterhof zwischen einem Baumstamm und einer stählernen Säule einer offenen Halle gespannt und täglich, etwas an Höhe gewinnend, mir das Gehen auf dem Hochseil beigebracht. Mir schien das alles gut im Gleichgewicht, statisch einwandfrei und in ein paar Monaten für eine Aufführung bereit. Das Tribut an den Seiltänzer „Il Matto“ aus Fellinis Film „La Strada“ war bereit, Zampanos furchterregendes Motorrad gebraucht angeschafft und die Zürcher Schauspielerin für die Rolle der Gelsomina angefragt. Alles schien auf bestem Wege zu sein. Dass die mit einem schweren Blechdach gedeckte Halle vom Zug des Seiles laut krachte und die gesunde Rinde des Baumes vom tonnenschweren Zug des Seiles riss, schien meine blindwütige Begeisterung nicht zu mindern.

Seile, Gewichte, Spannungen
Da erhobst du dich, Jürg, von deinem Stuhl und setztest dich mit wachen, offenen Augen und Ohren neben mich, denn was ich erzählte, war, wie ich später realisieren durfte, deine grosse Leidenschaft: Statik, Balance, Natur und Gestaltung des öffentlichen Raums. So genoss ich deine Nähe und dein waches Interesse an meinen Seilen, Gewichten, Spannungen. Ja, er war schon etwas verrückt, mein Traum – es sollte eine Überquerung auf Dachhöhe, also etwa 12m ab Boden in der Kluggasse 10 in der Rapperswiler Altstadt sein. Aber mit dir diskutierend sind neue Bilder und Ideen entstanden, die zu einer wunderbaren Vision führten: Am grossen Hauptplatz unterhalb des Schlosses balanciert der Narr mit beschaulicher Ruhe auf einem Zick-Zack-Spaziergang über dem mittelalterlichen Markt.

Zick-Zack
Auch heute noch beseelt mich dieses Bild, das ich vor meinem inneren Auge wie ein kleines GIF wieder und wieder angucke. Und ich weiss: Wenn du, Jürg, mit den Bewohnern, Besitzern, Denkmalschützern, Feuerpolizisten, Behörden, Politikern, Journalisten, usw. um Bewilligungen und Kooperationen hättest verhandeln müssen: Du hättest es mit deiner Beharrlichkeit geschafft, das Zick-Zack-Spaziergang-Werk zu realisieren! Ich wäre als glücklicher Narr über den Köpfen der staunenden Passanten auf dem Seil gegangen, mit einem heiteren und zugleich schelmischen Lächeln im Gesicht. „Kunst muss sperrig sein.“ sagtest du zu Lebzeiten. Unter den Anwesenden hätte ich dein schelmisches Augenzwinkern wieder erkannt. Und du hättest gleich wieder die Diskussion mit einem Gegner der Aktion gesucht. Ich stelle mir vor, wie wir beiden das Werk zu Fr. 1.- zurückgekauft hätten und in einer Blitzaktion, am Tag bevor auf dem Sechseläutenplatz die Sonnenschirme aufgestellt worden wären, hier den Seiltänzer-Zick-Zack-Spaziergang aufgebaut hätten.

„Man muss den Wünschen Zeit lassen, in Erfüllung zu gehen.“ Auch dies konntest du sein: Geduldig! Beharrlich und geduldig. Mit dieser Haltung begehe ich gerne seither öffentlichen Raum und freue mich, dass Kunst nicht nur Diskussionen auslösen soll, sondern auch einfach schön und berührend sein darf. Unser Zick-Zack-Spaziergang wird es für mich für immer bleiben: Schön.

Danke, Jürg.

Jürg Altherr, Hannes Strebel, Pendelturm, Fällanden, 2008

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